Eigenprojekt
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HiFi-Designstudie
Diese persönliche HiFi-Designstudie entstand aus meiner Faszination für Industriedesign, Lautsprecher und analoge Geräte. Ohne Kundenauftrag entwarf ich ein zusammenhängendes System aus Plattenspieler, Hybrid-Vollverstärker und Standlautsprechern. Das Projekt war zugleich eine Möglichkeit, meine Arbeit in der 3D-Modellierung und Produktvisualisierung weiterzuentwickeln und meinen eigenen Anspruch an hochwertige, langlebige Gestaltung zu konkretisieren.
Im Mittelpunkt steht die bewusste Interaktion mit einem Gegenstand: Drehregler, Schalter und Tasten geben der Bedienung eine räumliche und haptische Qualität. Die vorgesehenen OLED-Displays dienen der klaren Anzeige von Informationen; die wesentlichen Eingaben erfolgen über physische Bedienelemente. Eine reduzierte Oberfläche mit schwarzem Hintergrund, heller Typografie und gezielten Farbakzenten ergänzt dieses Konzept. Mich interessiert dabei besonders, wie Material, Gewicht und mechanische Details die Beziehung zu einem Produkt prägen.
Die gemeinsame Designsprache basiert auf einer Trapezform: Plattenspieler und Verstärker verbreitern sich von der Anschlussseite hinten zur Bedienfront. Diese Geometrie setzt sich in den Lautsprechern und im Geräteständer fort. Besonders in der Draufsicht wird sichtbar, wie die Formen aufeinander abgestimmt sind und ein zusammenhängendes System bilden. Abgerundete Außenkanten, eloxierte Aluminiumflächen, versenkte Schrauben und spiegelnd polierte Innenränder prägen die Materialwirkung. Grüne Lichtakzente verbinden die einzelnen Komponenten visuell.
Bei Plattenspieler und Verstärker bildet ein massiver äußerer Aluminiumrahmen die tragende und schützende Struktur. Er umschließt eine etwas schmalere innere Geräteeinheit, die das technische Innenleben aufnimmt. Displays, Regler, Schalter und rückseitige Anschlüsse sind in den Außenrahmen integriert und durch ihn mit der inneren Einheit verbunden. Die seitlichen Zwischenräume sowie eingearbeitete Lüftungsschlitze sind für die Luftzirkulation vorgesehen. Beim flacheren Plattenspieler wird dasselbe Konstruktionsprinzip in entsprechend geringerer Bauhöhe fortgeführt.
Der eigens entwickelte, spiegelnd verchromte Ständer nimmt beide Geräte in einer auf ihre Geometrie abgestimmten Anordnung auf. Unterhalb der Geräte bietet er zugleich Platz für Schallplatten: Zwei Stangen mit eingefrästen Nuten führen die eingesteckten Plattenhüllen und sollen sie gegen seitliches Umkippen sichern. So wird die Aufbewahrung der Musik zu einem sichtbaren Bestandteil des Entwurfs.
Der Vollverstärker ist als Hybridkonzept mit sichtbarer Röhrenvorstufe und einer Transistorendstufe angelegt. Kühlkörper, beleuchtete Röhren und zwei analoge Pegelanzeigen machen die technische Idee zu einem prägenden Teil der Gestaltung. Für den Plattenspieler entwickelte ich einen filigranen Tonarm sowie einen Antrieb mit zwei synchronisierten Elektromotoren, Riemenübertragung und einer mechanischen Übersetzung zum Plattenteller. Physische Tasten für Start und Stopp sowie eine separate Drehzahleinstellung führen die Bedienidee fort. Die Lautsprecher übernehmen die Material- und Formensprache des Systems und kombinieren mehrere Treiber mit einem nach unten ausgerichteten Tieftonmodul.
Die Audioverbindungen sind im Konzept analog ausgelegt: symmetrische XLR-Anschlüsse für die Geräte und separate Lautsprecherklemmen für Hoch- und Tieftonzweige. Dahinter steht der Wunsch nach einem System, dessen Gestaltung und Bedienung langfristig Bestand haben und dessen analoge Schnittstellen unabhängig von wechselnden digitalen Wiedergabeformaten nutzbar bleiben. Als gestalterische Bezugspunkte dienten mir unter anderem Braun und Dieter Rams, Apple, Teenage Engineering sowie die Präsenz klassischer HiFi-Komponenten.
Die Entwicklung begann im Dezember 2025 mit ersten Entwürfen und der 3D-Modellierung. In zahlreichen Iterationen überarbeitete ich Gehäuse, Proportionen, Ständer, Regler und konstruktive Details. Auch das Bedienkonzept und die statischen Displayoberflächen entstanden im Rahmen der Studie. Anschließend führte ich die Modelle in Blender zu einer vollständigen Szene zusammen und visualisierte das System mit dem Octane Renderer.
Ein wesentlicher Teil des Projekts war die Szenenoptimierung. Die zunächst sehr hohe Polygonanzahl machte die Szene unnötig schwer und stellte hohe Anforderungen an den verfügbaren Grafikspeicher. Ich reduzierte die Geometrie gezielt und konzentrierte die Detaildichte auf Bereiche, die für Silhouetten, Nahansichten und Reflexionen entscheidend sind. Ziel war es, Speicherbedarf und Renderzeiten zu senken und zugleich die visuelle Präzision des Entwurfs zu erhalten. Dieser Prozess vertiefte mein Verständnis dafür, wie sich Detailgrad, Materialwirkung und Rechenaufwand beim fotorealistischen Rendering aufeinander abstimmen lassen.
Für die finale Präsentation entschied ich mich für statische Renderings, um Licht, Materialien und Perspektiven in der gewünschten Qualität auszuarbeiten. Die Serie verbindet Gesamtansichten mit Materialstudien und Detailperspektiven. In der anschließenden Postproduktion in Lightroom verfeinerte ich Farben, Kontraste und die Bildwirkung. Im April 2026 schloss ich die Studie ab. Sie dokumentiert meinen Zugang zur Produktgestaltung und den Lernprozess von der ersten Formidee bis zur fertigen 3D-Visualisierung.








































